Mein erster Monat als P2P Investor

Wie bereits in meinem Jahresrückblick erwähnt, habe ich am 1. Jänner damit begonnen in P2P Kredite zu investieren. Nun möchte ich monatlich über die Entwicklung meiner Investments bloggen und so, gemeinsam mit dir tiefer in die Materie eintauchen.
In diesem ersten Blogeintrag der P2P Serie, möchte ich dir meine Strategie erklären.

Meine Strategie

Um mit meinen P2P-Investments zu starten, musste ich zwischen einer Vielzahl von Plattformen wählen. Nach ausgiebiger Recherche habe ich mich für Bondora* und Mintos* entschieden. Dabei handelt es sich um zwei europäische P2P Plattformen, die zu den renommiertesten in der noch jungen Branche zählen.

Go&Grow / Invest&Access

Ich habe bereits Ende letzten Jahres jeweils 500€ auf Bondoras Go&Grow und Mintos Invest&Access investiert. Bei diesem Geld handelte es sich um einen Teil der Ersparnisse, die sich in den letzten Jahren angesammelt haben.

Bei Go&Grow und Invest&Access, bieten Investoren die Möglichkeit Geld einzuzahlen und laufend Zugriff darauf zu haben (bei Mintos gibt es hier Einschränkungen).
Für dieses zusätzliche Risiko, versprechen die Plattformen, Zinsen in der Höhe von 6,75% (Bondora) und 10,47% (Mintos) pro Jahr. Das ist verglichen mit Tagesgeldkonten natürlich gewaltig. Trotzdem muss man sich vor Augen führen, dass diese höheren Zinsen mit erhöhten Risiken einher gehen. Mehr dazu findest du in meinem Artikel über P2P Kredite.

An dem dort investierten Geld möchte ich bis Ende des Jahres nichts ändern. Das heißt die jeweils 500€ bleiben auf den Konten liegen ohne, dass ich etwas entnehmen zu zusätzlich einzahlen werde.

Autoinvest

Zusätzlich zu dem bereits eingezahlten Geld, werden monatlich jeweils 50€ auf Mintos und 50€ auf Bondora überwiesen und automatisch investiert. Dies erfolgt über die, durchaus praktische Autoinvest-Funktion.

Dabei lege ich einmal Kriterien fest, die für mich bei der Kreditauswahl wichtig sind. Dann wird durchgehend nach Krediten gesucht, die meinen Kriterien entsprechen und in diese investiert. Ich muss nach der Festlegung meiner Strategie also nichts mehr machen, als Geld einzuzahlen. Das kommt mir sehr entgegen, da das manuelle Investieren enorm viel Zeit in Anspruch nehmen würde.

Sicherlich interessierst du dich dafür welche Kriterien ich für die Kreditauswahl gewählt habe.

Zinsen
Ich investiere ausschließlich in Kredite, die mir über 8% Zinsen bescheren. Warum? – Für weniger als 8% bin ich nicht bereit, die mit P2P Krediten einhergehenden, Risiken zu tragen. Die Rendite muss deutlich besser, als die sein, die ich mit meinen breit diversifizierenden ETFs erziele. Das hat damit zu tun, dass meine ETFs ein wesentlich weniger riskantes Investment sind. Warum sollte ich also in etwas Riskanteres investieren, wenn die Rendite nicht besser ist?

Laufzeit
Bei der Laufzeit habe ich mich für eine Kreditdauer von 0 bis maximal 36 Monaten entschieden.
Das hat einen steuerlichen Grund. In Österreich muss man, anders als in Deutschland, die Einkommenssteuer auf Zinsen aus P2P Krediten bezahlen. Momentan kommt mir das sehr zu Gute. Ich liege als Student unter der Grenze, ab der eine Einkommenssteuer zu bezahlen ist. Somit sind Gewinne aus P2P Krediten für mich steuerfrei.
Später wird das aber zu meinem Nachteil. Die Kapitalertragssteuer in Österreich liegt bei 27,5%/Jahr. Die Einkommenssteuer ist deutlich höher. Somit wird die (durchschnittliche) Rendite aus P2P Krediten, nach Abzug der Steuern vermutlich nicht mehr wesentlich höher, als die Rendite meines ETF-Portfolios sein. Somit werden P2P Kredite für mich in fernerer Zukunft vermutlich kaum eine Rolle spielen (außer die Gesetzgebung ändern sich).
Da ich beim Einstieg in das Berufsleben das Rendite/Risikoprofil von P2P Krediten neu überdenken muss, habe ich mit den relativ kurzen Kreditlaufzeiten eine Möglichkeit die P2P Kredite in absehbarer Zeit auslaufen zu lassen.

Investment pro Kredit
Wenn du schon den einen oder anderen Blogartikel von mir gelesen hast, weißt du, dass mir Diversifikation wichtig ist. Deshalb möchte ich auch in dieser Anlageklasse möglichst gut diversifizieren. Bei Mintos ist eine Mindestanlagesumme pro Kredit von 10€ erforderlich. Bei Bondora ist es lediglich 1€.
Aus diesem Grund, investiere ich bei Mintos maximal 10€ in einen Kredit und bei Bondora maximal 5€. Mir ist klar, dass die Diversifikation aufgrund meiner geringen Einlagen noch nicht optimal ist. Aber sie wird mit jeder monatlichen Einzahlung verbessert.

Bonitätsranking
Die Plattformen auf denen ich investiert bin, zeigen auch das Bonitätsranking der Kreditnehmer an. Hier ist es ein schmaler Grat zwischen niedriger Bonität – höheren Zinsen und hoher Bonität -niedrige Zinsen.
Momentan investiere ich in Kredite aller Bonitätsstufen (mit Ausnahme der schlechtesten). Ich werde aber in regelmäßigen Abständen einen kritischen Blick darauf werfen, dass immer ein ausgewogenes Verhältnis der verschiednen Klassen herrscht.

Ergebnisse des ersten Monats

Da der Jänner bereits vorbei ist, möchte ich hier auf die aktuellen Entwicklungen eingehen.
Im Jänner habe ich insgesamt 5,09€ an Zinsen aus den P2P Krediten erhalten. Bondora brachte mir hier  3,08€ ein und Mintos 2,01€.
Die aktuelle Rendite bei Bondora beträgt somit circa 6% pro Jahr, während ich mit Mintos gerade mal auf 4% komme. Das hat damit zu tun, dass es am Anfang etwas gedauert hat, bis das von mir eingesetzte Kapital investiert wurde. Dieses Problem, konnte ich mittlerweile aber beheben. – Jetzt kann es also wirklich losgehen 😉

Das Ziel wäre es, bis zum Jahresende eine durchschnittliche Rendite von über 10% zu erreichen.

Fazit

Mit meinem ersten Monat als P2P Investor bin ich relativ zufrieden. Die bis jetzt erzielte Rendite ist in Ordnung. Im nächsten Monat werden weitere 100€ (je 50€ pro Plattform) investiert.
Eine klarer Nachteil, der sich aus den bis jetzt eher geringen Einzahlungen ergibt, ist die momentan noch nicht ausreichende Diversifikation. Das wird sich in den nächsten Monaten allerdings bessern.


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Beachte, dass ich ausschließlich Plattformen empfehle, auf denen ich selbst mit mindestens 500€ investiert bin.


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